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Der Palazzo Medici Riccardi in der Toskana

1444 gab Cosimo Medici dem Architekten Michelozzo den Auftrag einen Palast in Florenz zu bauen. Cosimo Medici, der Ältere, war zu jener Zeit der mächtigste von 80 Bankiers in Florenz. Der Palazzo sollte sowohl als Wohnsitz dienen, als auch der Hauptsitz der internationalen Medici-Bank werden. Cosimo achtete bei seinen glänzenden und gewinnorientierten Geschäften stets auf gute Bonität der Kunden, die meist den Fürstenhäuser angehörten und damit den politischen Einfluss der Medici mehrten. Die Gesellschaft dieser Zeit war geprägt von latenter Konkurrenz einzelner Familien. Um keinen Neid und Missgunst bei den anderen Patrizierfamilien hervorzurufen, sollte die Gestaltung des Palazzos nicht zu pompös ausfallen, denn einige Rivalitäten führten sogar bis zur gegenseitigen Ermordung. Michelozzo vollendete den Palast 1460.

Charakteristisch für den Palazzo Medici Riccardi sind die strikten geometrischen und symmetrischen Formen sowie die unterschiedliche Ummauerung der Außenfassade, die sich über drei Stockwerke von robust bis schlicht schrittweise zurücknimmt. Der Palast hat einen kubischen und breiten Grundriss, der dem Gebäude einen statischen und standfesten Ausdruck gibt.
Das Erdgeschoss ist aufgrund der wenig bearbeiteten Mauerfassade, die aus Natursteinen besteht, sehr robust und ungeglättet. Das Bossenwerk erinnert an eine abwehrende Festung. In diesem Stockwerk waren die Küchen und Wohnungen der Angestellten untergebracht. Durch die beiden Eingangstore tritt man zunächst in einen quadratischen Innenhof. Um diesen herum sind die Räume relativ klein und schmal nebeneinander angeordnet. Die verschlossenen Arkaden im Eckbereich des Erdgeschosses waren einst offen und bildeten eine Loggia.

Das erste Obergeschoss wird an der Außenfassade optisch durch einen Zahnschnitt und Gesimse abgetrennt. Auf dieser Höhe befindet sich auch das Wappen der Medici. Das Mauerwerk besteht im ersten Obergeschoss aus geglätteten und kleineren Steinen. Die Fenster sind kontinuierlich in gleichen Abständen angeordnet. Die symmetrische und monotone Gestaltung wirkt einfach und schlicht. Lediglich die eleganten Zweigbogenfenster selbst schmücken dieses Stockwerk Das sogenannte „Piano Nobile“ war das Wohn- und Repräsentierstockwerk.

Die Außenfassade des zweite Obergeschoss ist verputzt. Hier findet die Schlichtheit ihren Höhepunkt. Das Gebäude verliert durch die glatte Wandfläche an Wehrcharakter. Auf dieser Etage befanden sich die Schlaf- und Lagerräume des Palazzos sowie die ansehnliche und beeindruckende „Galleria Riccardiana“, die von Luca Giordano gestaltet wurde.

Als Cosimo Medici zum Großherzog aufgestiegen war, zog er um und der Palast wurde noch bis 1659 von Familienmitgliedern der Medici bewohnt, bis Fernando II ihn an den Grafen Riccardi verkaufte und dieser Änderungen und Erweiterungen vornahm.
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